Torsten Albig und die Bunte

  

In Schleswig-Holstein geht es seit einigen Jahren turbulent zu. Das nördlichste Bundesland ist sehr experimentierfreudig. Nach den Wahlen 2012 entschied man sich für die sgn. Dänenampel; mit der SPD, den Grünen und der dänischen Minderheit (SSW). Die Regierungskoalition war bei den Nordlichtern beliebt und es sah so aus als würde sie fortgesetzt werden. So zumindest die Umfragewerte vor der Wahl am 7. März 2017. Der Ministerpräsident Torsten Albig (54) konnte mit guten Sympathiewerten ins Rennen gehen. Sein christdemokratischer Gegenkandidat Daniel Günther (44) war ein unscheinbarer Typ, weshalb es der Frohnatur Albig so leicht fiel, einen erfolgreichen Wahlkampf zu führen. Bis zum jenen Interview. War es Übermut oder Liebesrausch? Oder war es die neue Frau, Bärbel Boy (49), an seiner Seite? Das frischverliebte Paar gab kurz vor der Wahl der Zeitschrift „Die Bunte“ ein Privatinterview. Die Turteltäubchen erzählten von ihrem gemeinsamen Lifestyle, von dem schönen Alltag miteinander und vom großen Glück, sich gefunden zu haben. Bis dahin war alles unerheblich, bis dahin war es ein ganz langweiliges Gerede zweier Menschen in den besten Jahren, die es erwischt hat. Dann wurde es ernst, als Albig geschmack- und respektlos von seiner Nochehefrau sprach, die er für die neue Dame seines Herzens vor rund 10 Monaten verließ. 

Nach diesen Sätzen fiel alles in sich zusammen. Die SPD verlor mit Abstand gegen die CDU und konnte keine Regierung mehr bilden. Seitdem versuchen es die Schleswig-Holsteiner mit einer Jamaikakoalition (CDU, GRÜNE und FDP). Der verliebte Torsten sagte später: "Ganz offensichtlich haben wir Dinge falsch eingeschätzt". Wohl war, wohl war.


  

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